Gefühlte Grenzen: "Das Rheinland" und "Das Ruhrgebiet"

Mit der französischen Revolution am Ende des achtzehnten Jahrhunderts, mit der Besetzung des linken Rheinufers von der Kurpfalz bis Kleve und einer de facto Annektierung dieses Gebietes bürgerte sich die Bezeichnung "Rheinland" ein. Die entstandenen französischen Départements hießen Donnersberg, Roer, Rhein-Mosel und Saar. Von jetzt an kam die Herkunftsbezeichnung ein Rheinländer zu sein nur für diese Teile auf der linken Rheinseite infrage und wurde anfänglich auch nur selten angewendet. Die übrigen Gebiete wurden weiterhin wie bisher verwaltet und regiert von den Erzbistümern Köln, Mainz, und Trier. Dazu kamen noch die Reichsstädte Aachen und Köln sowie Herrschaften und Grafschaften. Auch die Leute aus Kleve, Geldern Jülich, und weiterer Kleinstverwaltungen waren noch keine Rheinländer. Anlässlich des Wiener Kongresses im Jahre achtzehnhundertfünfzehn gab es eine Neuverteilung. Die bis dahin französisch organisierten Gebiete behielten ihre bürgerliche Rechtsordnung nach dem "Code civil" noch bis zum Erscheinen des BGB am 1.1.1900. In1822 wurden das anfängliche Großherzogtum Niederrhein und die Provinz Kleve-Berg die aus den Regierungsbezirken Aachen, Köln, Düsseldorf, Koblenz und Trier bestand, zur Rheinprovinz zusammengefasst. Da die nördlich der Ruhrmündung evangelisch geprägten, preußischen Landesteile nunmehr mit den katholischen Teilen der Provinz zu verbinden war bot sich beschwichtigend der Begriff Rheinland an und hat sich später nach und nach eingebürgert. Damit kann das Rheinland als eine Heimatregion ohne politischen Status begriffen werden. Das Verhältnis zum eigenen Wohnort bleibt nicht nur uneingeschränkt sondern gewinnt Empathie. Das Ruhrgebiet. Im Sprachgebrauch bleibt es nicht dabei sondern kommt auch als Revier, Kohlenpott oder Ruhrpott vor. Zwar gab es den anfänglichen historischen Steinkohleabbau entlang der Ruhr, während heute die Ruhr lediglich nur den südlichen Abschluss des "Ruhrgebietes" bildet. Der zentrale Fluss der mitten durch das Ruhrgebiet führt ist eigentlich die Emscher. Die Bezeichnung für diese Gegend blieb lange Zeit vielfältig wie zum Beispiel Rheinisch-Westfälisches Industriegebiet, Niederrheinisch-Westfälisches Industriegebiet oder Ruhrrevier. Da auch umliegende Industriebereiche wie Das Bergische Land erfasst waren ist zur Klarstellung der heutige Name "Ruhrgebiet" seit 1930 fest eingeführt. Das Ruhrgebiet wie auch das Rheinland bietet der Bevölkerung die Fixierung ihrer Heimatregion ohne die Eigenständigkeit ihrer Wohnortbeziehung einzuschränken. Wohnorte und Ortsteile im Rheinland und im Ruhrgebiet:

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