Garage Elektroinstallation: Kosten, Vorschriften & Anleitung 2026

Garage Elektroinstallation: Kosten, Vorschriften & Anleitung 2026

Eine Garage ohne Strom ist wie ein Auto ohne Motor – unvollständig. Ob Sie eine Werkbank mit Strom versorgen, eine Wallbox für Ihr E-Auto installieren oder einfach nur Licht haben möchten – eine professionelle Elektroinstallation ist unverzichtbar. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles über Kosten, Vorschriften und die richtige Planung.

Warum eine Garage elektrifizieren? Die Vorteile:

  • Beleuchtung: Sicheres Arbeiten auch bei Dunkelheit – wichtig im Winter,
  • Steckdosen: Für Werkzeuge, Staubsauger, Kompressor, Ladegeräte etc.,
  • Wallbox-Vorbereitung: E-Auto zu Hause laden – spart Zeit und Geld,
  • Garagentor-Antrieb: Elektrische Garagentore sind komfortabel und sicher,
  • Heizung: Im Winter in einer beheizten Garage arbeiten,
  • Sicherheit: Alarmanlagen, Kameras und Bewegungsmelder benötigen Strom,
  • Wertsteigerung: Eine elektrifizierte Garage erhöht den Immobilienwert um 3-8%. Eine Investition, die sich lohnt!
  • Kosten für Garage-Elektroinstallation 2026: Die Kosten variieren stark je nach Umfang und Entfernung zum Haupthaus: Basis-Paket (Licht + 2 Steckdosen): 1.500-2.500€. Beinhaltet: Zuleitung vom Haus (bis 20m), Unterverteilung mit FI-Schalter, 2-3 LED-Deckenleuchten, 2-4 Steckdosen (230V), Lichtschalter. Standard-Paket (Licht + Steckdosen + Vorbereitung Wallbox): 2.500-4.000€. Zusätzlich: Starkstromanschluss (400V/16A), Vorbereitung für Wallbox (dicke Kabel, eigene Sicherung), 6-8 Steckdosen, Außenleuchte. Premium-Paket (komplett): 4.000-7.000€. Zusätzlich: Wallbox-Installation (11kW oder 22kW), Heizung/Heizstrahler, Garagentor-Antrieb, Alarmanlage/Kamera, Smart-Home-Integration. Wichtig: Diese Preise sind Richtwerte und können je nach Region und Betrieb variieren. Lassen Sie sich 2-3 Angebote machen!

    VDE-Vorschriften für Garagen (wichtig!): Garagen sind Feuchträume und unterliegen strengen VDE-Vorschriften:

  • VDE 0100-737: Elektroinstallation in Feuchträumen und im Freien,
  • VDE 0100-410: Schutz gegen elektrischen Schlag,
  • Schutzart IP44 oder höher: Alle Steckdosen, Schalter und Leuchten müssen mindestens IP44-zertifiziert sein
  • (spritzwassergeschützt),
  • FI-Schalter Pflicht: Alle Stromkreise in der Garage müssen über einen FI-Schutzschalter
  • (30mA) abgesichert sein,
  • Potenzialausgleich: Metallteile
  • (Garagentor, Regale etc.) müssen geerdet werden, um Stromschläge zu vermeiden,
  • Mindestabstände: Steckdosen müssen mindestens 60cm vom Boden entfernt sein
  • (Schutz vor Überschwemmungen). Achtung: Verstöße gegen VDE-Normen können bei Schäden dazu führen, dass Ihre Versicherung nicht zahlt!

    Schritt-für-Schritt: So wird eine Garage elektrifiziert:

  • Planung: Wie viele Steckdosen? Wo soll die Beleuchtung sein? Wallbox geplant? Skizzieren Sie die Garage und markieren Sie alle Punkte,
  • Zuleitung vom Haupthaus: Ein Erdkabel
  • (NYY-J 5×16mm² für 400V oder 5×6mm² für 230V) wird vom Haupthaus zur Garage verlegt. Verlegung: mind. 60cm tief, in Schutzrohr (gegen mechanische Beschädigungen),
  • Unterverteilung installieren: In der Garage wird eine kleine Unterverteilung installiert. Diese enthält: Hauptschalter, FI-Schutzschalter
  • (30mA), Sicherungsautomaten (16A für Steckdosen, 10A für Licht), Optional: Überspannungsschutz,
  • Leitungen verlegen: In der Garage werden die Leitungen verlegt – meist als Aufputz-Installation
  • (günstiger) oder Unterputz (schöner, aber teurer). Für Steckdosen: NYM-J 3×2,5mm². Für Beleuchtung: NYM-J 3×1,5mm²,
  • Steckdosen & Schalter montieren: Alle Komponenten werden installiert und angeschlossen. Wichtig: Nur Feuchtraum-Steckdosen
  • (IP44+)!,
  • Leuchten anschließen: LED-Leuchten
  • (mind. IP44) werden montiert,
  • Prüfung & Abnahme: Ein Elektriker prüft die gesamte Installation
  • (Isolationsmessung, Durchgangsprüfung, FI-Test). Sie erhalten ein Prüfprotokoll und eine E-Check-Bescheinigung. Ohne diese Bescheinigung dürfen Sie die Installation nicht in Betrieb nehmen!

    Wallbox in der Garage: Darauf müssen Sie achten: Immer mehr Menschen installieren eine Wallbox für ihr E-Auto. Das müssen Sie wissen:

  • Leistung: 11kW
  • (3-phasig, 16A) ist Standard. 22kW (3-phasig, 32A) nur bei entsprechender Zuleitung,
  • Starkstrom nötig: Eine Wallbox benötigt 400V
  • (Dreiphasenwechselstrom). Ihr Elektriker muss eine dicke Zuleitung (5×6mm² für 11kW, 5×10mm² für 22kW) vom Haupthaus verlegen,
  • Eigene Sicherung: Die Wallbox muss über eine eigene Sicherung abgesichert werden
  • (getrennt von Licht/Steckdosen),
  • Genehmigung: Wallboxen mit mehr als 11kW sind beim Netzbetreiber meldepflichtig. Ihr Elektriker kümmert sich darum,
  • Förderung: KfW-Förderung für Wallboxen ist ausgelaufen, aber manche Bundesländer/Kommunen bieten eigene Förderungen. Kosten Wallbox-Installation: 1.500-2.500€
  • (inkl. Wallbox, Material, Montage, Inbetriebnahme).

    Beleuchtung in der Garage: Die besten Lösungen: Die richtige Beleuchtung macht Ihre Garage sicher und funktional:

  • LED-Feuchtraum-Leuchten: Mindestens IP44, besser IP65. Sehr hell
  • (3.000-6.000 Lumen für 20m² Garage), energieeffizient (30-60W statt 150-300W bei alten Leuchtstoffröhren), lange Lebensdauer (20.000-50.000 Stunden = 10-25 Jahre),
  • Bewegungsmelder: Automatisches Licht beim Betreten – sehr praktisch!,
  • Mehrere Lichtquellen: Statt einer zentralen Leuchte besser 2-3 kleinere Leuchten verteilen
  • (bessere Ausleuchtung, keine Schatten),
  • Arbeitsplatz extra beleuchten: Wenn Sie eine Werkbank haben, installieren Sie eine zusätzliche, gerichtete Leuchte
  • (z.B. LED-Baustrahler),
  • Notlicht: Optional eine batteriebetriebene Notleuchte für Stromausfälle. Kosten LED-Beleuchtung: 150-400€
  • (inkl. Material und Montage für 2-3 Leuchten).

    Steckdosen in der Garage: Wie viele & wo? Planen Sie großzügig – zu viele Steckdosen gibt es nicht! Empfohlene Anzahl: Kleine Garage (< 20m²): 4-6 Steckdosen, Mittelgroße Garage (20-40m²): 6-10 Steckdosen, Große Garage/Werkstatt (> 40m²): 10-15 Steckdosen. Positionierung:

  • Eingangsbereich: 2 Steckdosen für Staubsauger, Ladegeräte,
  • Werkbank: 3-4 Steckdosen für Werkzeuge,
  • Garagentor: 1 Steckdose für elektrischen Torantrieb,
  • Hintere Ecken: Je 1-2 Steckdosen
  • (für Kompressor, Heizung etc.),
  • Wallbox-Bereich: Separate Steckdose/Anschluss für Wallbox. Wichtig: Alle Steckdosen in der Garage müssen Feuchtraum-Steckdosen
  • (IP44 oder höher) sein!

    Häufige Fehler bei Garage-Elektroinstallationen (vermeiden!):

  • Zu dünne Zuleitung: Wenn Sie später eine Wallbox installieren wollen, muss die Zuleitung von Anfang an dick genug sein
  • (5×10mm²). Nachträglich ist das sehr teuer!,
  • Keine IP-Schutzklasse: Normale Steckdosen
  • (IP20) sind in Garagen nicht erlaubt – nur IP44+,
  • Kein FI-Schalter: Absolutes No-Go! Alle Stromkreise in der Garage MÜSSEN über FI-Schutz laufen,
  • Zu wenig Steckdosen: Planen Sie lieber 2-3 mehr ein – nachträglich ist das teuer,
  • Schwarzarbeit: Elektroinstallationen MÜSSEN von einem Fachbetrieb gemacht werden. Ohne E-Check-Bescheinigung zahlt Ihre Versicherung bei Schäden nicht! Diese Fehler kosten Sie im Nachhinein ein Vielfaches!
  • Garage-Elektroinstallation: DIY oder Elektriker? Die Antwort ist eindeutig: NUR vom Elektriker! Hier die Gründe:

  • Lebensgefahr: Arbeiten am 230V/400V-Netz sind lebensgefährlich ohne Fachkenntnisse,
  • Versicherung: Ohne E-Check-Bescheinigung zahlt Ihre Versicherung bei Brand/Kurzschluss NICHT,
  • VDE-Normen: Sie kennen die Vorschriften nicht – der Elektriker schon,
  • Werkzeug: Profis haben teures Spezialwerkzeug
  • (Isolationsprüfer, Durchgangsprüfer etc.), das Sie nicht haben,
  • Garantie: Ein Fachbetrieb gibt Ihnen 2-5 Jahre Gewährleistung – bei DIY haben Sie keine Rechte. Sie dürfen als Laie: Stecker wechseln, Lampen anschließen
  • (wenn Verkabelung schon vorhanden), Glühbirnen wechseln. Sie dürfen NICHT: Leitungen verlegen, Sicherungen austauschen, Unterverteilungen installieren, Starkstromanschlüsse machen. Unser Tipp: Lassen Sie die Installation vom Profi machen – Ihre Sicherheit ist unbezahlbar!

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